Mit zunehmendem Grad an vertikaler Integration werden die acht Rs der Logistik immer wichtiger. Neben den richtigen („R“ steht für richtigen) Orten, Waren, Mengen, Qualitätsmerkmalen, Kosten, Kunden, Informationen und Zeitpunkten ist auch ein 9. „R“ entscheidend, um in der aufkommenden Hyper-VUCA-Welt erfolgreich sein zu können: die richtige Beratung. Es kommt entscheidend darauf an, dass Sie den richtigen Beratungspartner an Ihrer Seite haben, der über die Kenntnisse, Werkzeuge und Nachweise verfügt, um neue Herausforderungen zu meistern, die Ihr Geschäft morgen beeinflussen werden.

In unserem vorangehenden Artikel haben wir CAMELOTs Ansätze vorgestellt, um Hindernisse bei der Neugestaltung Ihres Netzwerks zu überwinden und neben niedrigeren Sicherheitsbeständen auch zweistellige Kosteneinsparungen zu erzielen, zum Beispiel durch Nutzung des CAMELOT Logistics Analyzers.

Bei unserem Projekt zur Netzwerkneugestaltung empfehlen wir eine Überprüfung Ihres derzeitigen Portfolios aus 3PL-Logistikdienstleistern. Haben Sie zu viele Logistikdienstleister für die gleichen Services unter Vertrag? Können Sie Ihre Kundenzielgruppe mit den erforderlichen Durchlaufzeiten erreichen? Behindert Ihr Logistikdienstleister Ihr weiteres Wachstum, beispielsweise durch Kapazitätsengpässe? Kann Ihr Logistikdienstleister Ihre Prognosedaten zur Transportplanung verwenden, um Kapazitätsprobleme zu vermeiden? Dies sind Beispielfragen, die wir zu Beginn unseres Prozesses der Überprüfung von Logistikdienstleistern stellen können. Darüber hinaus kann auch eine Marktstudie aus Sicht eines Logistikdienstleisters durchgeführt werden.

Checklisten für schnelle Verbesserungen

Wenn jedoch die Ergebnisse unseres Prüfprozesses Belege dafür liefern, dass eine Portfolioanpassung ratsam wäre, können wir Sie durch den Ausschreibungsprozess begleiten. In diesem Fall profitieren Sie von CAMELOTs bewährten Ansätzen, um die Zeit von der Marktforschung bis zum unterzeichneten Vertrag zu verkürzen. Mögliche Verfahren sind beispielsweise Workshops oder eine Fit-Gap-Analyse und Checklisten für schnell umsetzbare Verbesserungen. Zusätzlich unterstützen wir Sie bei der Vermeidung typischer Fehler im Ausschreibungsprozess. Wo liegen typische Fehlerquellen? Wir unterscheiden hier zwischen der Perspektive eines Fertigungsunternehmens und der eines Dienstanbieters wie ein Logistikdienstleister, da die beiden Bereiche unterschiedliche Fehlerquellen aufweisen. Hier einige kurze Bespiele:

Zwei unterschiedliche Perspektiven

Die Perspektive des Herstellers:

  • Entscheidung über Eigenfertigung oder Zukauf ohne fundierte Informationen
  • Interne Machtkämpfe zwischen Abteilungen
  • Zu enge oder weit gefasste Angebotsanforderung, so dass nicht der gewünschte Logistikdienstleister erreicht wird
  • Unsicherheit über Qualitäts- und Kostenziele führt zu fehlender Transparenz für Logistikdienstleister

Die Perspektive des Dienstanbieters:

  • Kundenzielgruppe passt nicht zu vorhandenen Kapazitäten
  • Prozess der Informationseinholung zu lang, Bedeutung ist Projektmitgliedern nicht klar
  • Abschließender Vertragsentwurf weicht von ursprünglichem Pflichtenheft ab
  • Nicht transparente Preisbildung für potenzielle Kunden

Markt wird nicht dauernd überprüft

In vielen Projekten von CAMELOT stellen wir fest, dass Kunden den Markt für Logistikdienstleister nicht laufend auf neue Serviceangebote überprüfen oder beobachten, die zum Beispiel bessere Laufzeiten für bestimmte Relationen oder Mehrwertdienste umfassen. Das Hinterfragen der bestehenden Portfolios aus Logistikdienstleistern ist jedoch unerlässlich, um die besten Partner unter Vertrag zu haben, um Ihre anspruchsvollen Kunden zufriedenzustellen und um interne Kostenbeschränkungen einzuhalten.

Portfolio nicht laufend ändern

Wir empfehlen jedoch nicht unbedingt, Ihr Logistikdienstleisterportfolio laufend zu ändern. Der Aufbau langfristiger Beziehungen mit Logistikdienstleistern und ein gemeinsames Wachstum kann zu Einsparungen bei den Prozesskosten führen – für beide Seiten. Beispielsweise macht eine Harmonisierung der IT-Infrastruktur und der Austausch z.B. von Informationen zu den Volumen für beide Parteien das Arbeitsaufkommen besser vorhersehbar, so dass es effizienter gehandhabt werden kann. Potenzielle Risiken des Eintritts in einen neuen Markt sowie von dessen Erschließung können durch eine starke Partnerschaft zwischen Logistik und Industrie reduziert werden.

Spot Tendering für bestimmte Aufträge

Neben Ausschreibungen für langfristige Verträge gibt es auch das „Spot Tendering“ für bestimmte Aufträge. Normalerweise wird es von einem oder mehreren Mitarbeitern ausgeführt, die verschiedene Preise vergleichen, indem sie Logistikdienstleister anrufen oder per E-Mail kontaktieren. Je nach Ihrer Software gibt es Wege, um diesen Prozess so weit zu automatisieren, dass Sie nur noch das vom System ausgewählte Angebot bestätigen müssen. Dabei können natürlich die Auswahlkriterien und der Automatisierungsgrad angepasst werden. Es kann eine Integration in Ihr bestehendes IT-System durchgeführt werden. Eine höhere Automatisierung setzt Kapazitäten frei, die an anderer Stelle effizienter eingesetzt werden können.

Kurz gesagt, kann CAMELOT Sie durch den gesamten Ausschreibungsprozess hindurch begleiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um ein Auswahlverfahren für eine langfristige Zusammenarbeit oder um die Optimierung des Ausschreibungsprozesses selbst geht. Wir stellen hierfür zum Beispiel selbst entwickelte Checklisten und auf bewährten Verfahren beruhende Ansätze bereit. Außerdem verfügen unsere Berater über langjährige Erfahrung im Bereich der Logistikdienstleistungen und kennen sich bestens mit Aspekten der Servicequalität aus.

Klicken Sie hier, um mehr über die Ausschreibungslösung von CAMELOT zu erfahren.

Im folgenden letzten Artikel dieser Reihe werden wir uns anschauen, wie Sie Ihre Strategie in operativen Werkzeugen und bewährten Verfahren umsetzen können.

Alle Teil der Artikelserie im Überblick:

Das 9. „R“ der Logistik (Teil 1)
Das 9. „R“ der Logistik (Teil 2)
Das 9. „R“ der Logistik (Teil 4)

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