Der konjunkturelle Abschwung trübt die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie. Neue Perspektiven für die Zukunft öffnet der Trend zur nachhaltigen Wertschöpfung. Aktuelle Studienergebnisse bestätigen dies.

Die drohende Rezession bereitet den deutschen Chemiemanagern Kopfschmerzen. Bereits im Jahr 2018 sank die Chemieproduktion um 1,5 %; für das Gesamtjahr 2019 sagte der Verband der Chemischen Industrie (VCI) im Juli einen weiteren Rückgang um 4 % voraus. Das drückt auf die Stimmung: Laut der aktuellen CHEMonitor-Trendumfrage von CAMELOT Management Consultants und der Fachzeitung CHEManager hat die Zufriedenheit der Chemiemanager mit dem Standort Deutschland einen neuen Tiefpunkt erreicht. Bewerteten vor drei Jahren noch neun von zehn Managern den Standort Deutschland mit „gut“ oder „sehr gut“, liegt der Anteil heute bei unter 60 % – darunter kein Manager mehr, der die Bestnote vergibt. Die Analyse einzelner Standortfaktoren zeigt, dass insbesondere Digitalisierung, Arbeitskosten und Energiekosten deutlich negativer bewertet wurden.

Nachhaltigkeit als Standortfaktor

Neue Chancen bietet das Thema Nachhaltigkeit und dessen Verankerung im Geschäftsmodell. Laut der CHEMonitor-Umfrage sind 98% aller befragten Manager überzeugt, dass nachhaltiges Wachstum aufgrund zunehmender Umweltprobleme und des gesellschaftlichen Wandels zu einer zentralen Leitlinie der Branche werden und sich als fester Bestandteil in den Strategien der Chemieunternehmen etablieren wird. Vor diesem Hintergrund bietet der Standort Deutschland neue Qualitäten: Ein Drittel der Chemiemanager (33 %) sehen Deutschland als Vorreiter für nachhaltiges Wachstum, weitere 45 % als frühen Anwender. Deutschland ist damit Spitzenreiter, dicht gefolgt von China, dem 30 % der Befragten eine Vorreiterrolle zusprechen. Die USA schneiden dagegen deutlich schlechter ab.

Zwischen Schein und Sein

Für den aktuellen CHEMonitor wurden die Studienteilnehmer auch nach dem gesellschaftlichen Wertbeitrag der Chemieindustrie befragt. Das Votum fällt positiv aus: Drei Viertel der befragten Manager beurteilen den gesellschaftlichen Wertbeitrag der Chemiebranche insgesamt als hoch bzw. sehr hoch im Vergleich zu den deutlich umsatzstärkeren Branchen Maschinenbau und Automobilbau. Einen „hohen“ oder „sehr hohen“ gesellschaftlichen Wertbeitrag der Chemiebranche sehen die Umfrage-Teilnehmer bei der Qualifizierung (89 %) und Entlohnung (70 %) von Mitarbeitern, dem Klima- und Umweltschutz (68 %) sowie der Integration und Chancengerechtigkeit (61 %).

Die Realität scheint diesem Selbstbild allerdings hinterherzuhinken: Weniger als die Hälfte der befragten Manager schätzt den nachhaltigen Wertbeitrag ihres eigenen Unternehmens als positiv ein. Diese Lücke zwischen Schein und Sein gilt es nun zu schließen. Für Transparenz und die richtige Weichenstellung sorgen Konzepte wie der „Value-to-Society“-Ansatz des Chemieriesen BASF, bei dem sowohl ökonomische, ökologische als auch soziale Auswirkungen der Geschäftstätigkeit monetär bewertet werden. Mit Hilfe derartiger Ansätze lassen sich faktenbasiert unternehmerische Entscheidungen treffen, die nachhaltige Wertbeträge entlang der gesamten Chemiewertschöpfungskette fördern.

Für die aktuelle 33. CHEMonitor-Umfrage wurde das seit 2007 bestehende CHEMonitor-Panel aus 200 Top-Entscheidern der deutschen Chemiebranche im Zeitraum September bis Oktober 2019 befragt. Der besondere Fokus galt dem Thema „nachhaltige Wertschöpfung“. Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse steht unter
www.camelot-mc.com zum kostenfreien Download zu Verfügung.

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