Vielen sind noch die Bilder vom letzten Jahr im Kopf, als der Rhein über Wochen zu wenig Wasser hatte und damit die anliegende Chemieindustrie teilweise lahmlegte. Wie geht die deutsche Chemie mit den Folgen des Klimawandels um? Und was tut sie selbst für den Klimaschutz? Die aktuelle CHEMonitor-Studie hat diese Fragen untersucht.

Laut der aktuellen CHEMonitor-Trendumfrage, die CAMELOT gemeinsam mit der Fachzeitung CHEManager durchgeführt hat, spüren über 50% der befragten Chemieunternehmen bereits heute deutlich die Folgen des Klimawandels. Die Mehrheit der großen Chemieunternehmen hat den Ernst der Lage erkannt und bereits eine Strategie zur Absicherung gegen die Folgen des Klimawandels entwickelt oder eigene Klimaschutzziele formuliert.

CO2-neutrales Wachstum

Befragt nach den Klimaschutzzielen ihres Unternehmens, gaben 51% der Chemiemanager an, CO2-neutral wachsen zu wollen. 63 % der Unternehmen wollen den CO2-Fußabdruck der eigenen Produkte reduzieren und 73 % ihre Emissionen verringern. Was das Erreichen der nationalen Klimaschutzziele betrifft – Reduktion der CO2-Emissionen um 50 % bis zum Jahr 2030 – zeigt sich die deutsche chemische Industrie optimistisch: Über die Hälfte der Befragten hält die Ziele für erreichbar. 46 % von ihnen sind sogar der Meinung, der nationale Klimaschutzplan erhöhe die Innovationsfähigkeit und damit die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Chemie. Auch im beschlossenen Kohleausstieg sehen die Chemiemanager durchaus eine Chance: 73 % der Befragten glauben, der Kohleausstieg beschleunige die Entwicklung von neuen Konzepten und Lösungen zur Energieversorgung und verschaffe der deutschen Industrie damit Wettbewerbsvorteile.

Maßnahmen noch wenig innovativ

Was konkrete Maßnahmen für den Klimaschutz betrifft, gaben 80 % der befragten Chemieunternehmen an, die Energieeffizienz steigern oder die bestehenden Prozesse optimieren zu wollen. Je 50 % setzen auf Kreislaufwirtschaft oder neue Produktionstechnologien, während nur jedes fünfte Unternehmen Kohlendioxid als Rohstoff nutzen möchte. Innovative Ansätze zum Klimaschutz werden in Summe noch zu wenig verfolgt.

Voraussetzungen für die Klimawende

Generell nimmt die deutsche Chemiebranche den Klimawandel nicht allein als Risiko wahr, sondern auch als Chance. Dafür müssen allerdings die Rahmenbedingungen am Chemiestandort Deutschland stimmen. Während sich die deutschen Chemiemanager grundsätzlich zufrieden mit dem Standort Deutschland zeigen (86 % Bewertung mit „gut“), liegen die für die Klimawende wichtigen Faktoren Digitalisierung und Energiekosten auf den letzten Plätzen. Insbesondere die Zufriedenheit mit der Digitalisierung ist auf einen neuen Tiefstwert gesunken (19% Bewertung mit „gut“ oder „sehr gut“). Die Politik darf sich hier angesprochen fühlen!

All denen, die mehr darüber erfahren möchte, was deutsche Chemiemanager über Klimawandel und Klimaschutz denken, empfehle ich den Download der vollständigen CHEMonitor-Studie.

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