Trotz aller Herausforderungen, mit denen die Pharmalogistik aktuell zu kämpfen hat, gibt es auch eine ganze Reihe neuer Chancen: KI, Data Science, Blockchain, Big Data, Kollaborationsplattformen und IoT eröffnen neue Sichtweisen – allesamt mit erheblichen geschäftlichen Auswirkungen. In einer kleinen Artikelserie beschäftigen wir uns mit der Pharmalogistik 2015, ihren Treibern und was Sie tun können, um Ihre Pharmalogistik „zukunftssicher“ zu machen.

Teil I: Was treibt die Logistik 2025

Im ersten Teil unserer Serie beleuchten wir wichtige Trends in der Pharmaindustrie, die die Logistik von morgen beeinflussen werden.

Globalisierung nach wie vor ein Thema

Pharma-Supply-Chain-Verantwortlichen ist bewusst, dass die Globalisierung immer noch große Herausforderungen bereithält. Der zunehmende internationale Handel erweitert immer noch die Supply Chains globaler Produktionsnetzwerke und Beschaffungsmärkte. Dadurch werden die Lieferketten zunehmend anfälliger für Störungen und Risiken z. B. durch extreme Wetterbedingungen, Naturkatastrophen, Streiks und Verkehr. Dazu kommen in der Pharmalogistik immer neue regulatorische Anforderungen, sodass wir gezwungen sind, Risiken zu mindern, die Kontrolle zu behalten und nicht nur den Weg unserer Produkte zu überwachen, sondern auch Temperatur und Feuchtigkeit. Gelingt es uns jedoch, die Supply-Chain-Organisation an den immer schnelleren Wandel anzupassen, eröffnen sich uns ungeheure Möglichkeiten. Neue Märkte wie der Nahe Osten und Afrika oder das Direct-to-Patient-Geschäftsmodell sind nur zwei Beispiele von vielen.

M&As: Auswirkungen und Chancen

In den letzten Jahren haben vor allem zwei Trends die Lieferketten in der Pharmaindustrie massiv beeinflusst: Fusionen und Übernahmen und – oft im selben Zusammenhang – eine Portfolio-Erweiterung hin zu Großmolekül-Pharmazeutika (Biotech). Die entsprechenden Veränderungen bedeuten einen erheblichen Aufwand für die Anpassung von Prozessen und IT-Systemen, um den Informationsfluss zu gewährleisten und regulatorische Vorgaben einzuhalten. Dies umfasst auch die Konsolidierung von Distributionsnetzwerken sowie die Integration oder Harmonisierung der Überwachung von Produktsicherheit und Temperatur – um nur einige Beispiele zu nennen.

Natürlich gibt es bei fusionierten Geschäften erhebliches Einsparungspotenzial. Um Ineffizienzen aufzudecken, die durch doppelte Logistikprozesse und Systeme sowie fehlende Prozessstandardisierung, fehlendes Stammdatenmanagement und eine mangelhafte Supply-Chain-Planung bedingt sind, gilt es das Distributionsnetzwerk genau unter die Lupe zu nehmen. Eine Überprüfung der Supply-Chain-Planung ist besonders dann angezeigt, wenn das Portfolio um neue Produkte mit unterschiedlicher Sensitivität erweitert wird. Eine höhere Empfindlichkeit kann zu kürzeren Verfallszeiten führen, die kürzere Durchlaufzeiten und einen höheren Temperaturregelungsaufwand erforderlich machen.

Produktempfindlichkeit bestimmt regulatorische Anforderungen und Verpackungslösungen

Angesichts gesetzlicher Vorgaben und der großen Vielfalt an Ladevorrichtungen, mit deren Hilfe sich die Produktsicherheit entlang der Lieferprozesse gewährleisten lässt, kann die Temperaturregelung und -überwachung eine große Belastung darstellen. Beispiele für solche Vorrichtungen sind aktive oder passive Ladeeinheiten (ULD – Unit-Load-Devices) oder Thermodecken – mit großen Unterschieden bei Kosten und Isolationsgrad. Oft zeigt sich jedoch, dass es weit kostengünstigere Transportmöglichkeiten gibt, oder dass die Sicherheit Ihrer zeitintensiven, hochwertigen Medikamente sich durch einen anderen prozessualen Ansatz besser garantieren lässt.

2025 – neue Technologien oder nur eine neue SAP-Version

Auf Supply-Chain-Fachkongressen und in Veröffentlichungen zum Thema Supply Chain scheint sich derzeit alles um die Chancen und Bedrohungen durch Künstliche Intelligenz (KI), Blockchain, Kollaborationsplattformen und das Internet der Dinge (IoT) zu drehen. In der Pharmalogistik haben diese Punkte hinsichtlich Echtzeit-Tracking und Temperaturüberwachung besondere Relevanz und werden zweifelsohne nicht zu übersehende Spuren hinterlassen. Vieles davon wird 2025 bereits in den betrieblichen Alltag Einzug gehalten haben. Jedoch stößt das Jahr 2025 derzeit viel größere Veränderungen und die Freigabe von Budgets an, die weit über den Test und die Anwendung dieser neuen Technologien hinausgehen: Die Ankündigung von SAP, 2025 den Support von R3 einzustellen, betrifft Pharma genau wie andere Branchen und bringt viele ihrer (großen wie kleinen) Kunden unter Druck, zu SAP S/4HANA und z. B. SAP EWM zu migrieren. Dies beinhaltet die Entwicklung Template-basierter Lösungen, für die Pilotstudien durchgeführt werden müssen, sowie die Beauftragung unzähliger SAP-Berater zur Implementierung. Für die Branche ist dies eine große Herausforderung. Es kann aber auch die perfekte Gelegenheit sein, den nächsten Schritt zu tun und endlich einen Teil der zuvor erwähnten innovativen Technologien in ein neues Prozessmodell zu integrieren – und so von erhöhter Prozesseffizienz, Kostensenkungen und Supply-Chain-Transparenz zu profitieren!

In unserem nächsten Blogbeitrag untersuchen wir, wie die Simulation von Supply-Chain-Risiken und der Einsatz von Data Science in Supply Chain Assessments helfen können, den neuen Anforderungen und Herausforderungen in der Pharmalogistik gerecht zu werden.

Teil 2: Wie Sie mir Ihrer Supply Chain neue Wettbewerbsvorteile schaffen

Teil 3: Ist Ihre IT auf 2025 vorbereitet?

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