Der Logistiksektor ist für seinen ruppigen Umgangston bekannt, während man die Consultingbranche als Haifischbecken kennt. Durchsetzungsvermögen, ein dickes Fell und ein forsches Auftreten werden oft als Voraussetzungen betrachtet, um in diesem Umfeld bestehen zu können. In beiden Bereichen sind überwiegend Männer tätig. In diesem Artikel berichte ich von meinen Erfahrungen mit der Arbeit in einem Sektor, in dem man wenig Frauen antrifft, und warum ich immer noch dabei bin.

Klischee bedient: in High Heels auf dem Lkw

Laute Lastwagen, schmutzige Lagerhäuser, physisch schwere Arbeit – das sind die Vorstellungen, die viele Leute vom Logistiksektor haben. Gewöhnlich gilt dieser nicht als ein Umfeld, das für viele Frauen attraktiv erscheint. Als Frau in der Logistik kann ich die Frage beantworten: wahr oder falsch?

Die Logistik bietet viele weitere Aspekte, die mich schon immer interessiert haben: So fasziniert es mich, wie in einer Lieferkette zahlreiche Parteien weltweit zusammenarbeiten, um zum Beispiel eine einzige Schraube an ihr Ziel zu bringen, oder wie viel Organisation hinter jeder einzelnen Bewegung einer Palette steckt. Des Weiteren finde ich es faszinierend, was für eine riesige Wirkung die kleinsten Prozessänderungen auf den gesamten Warenfluss haben oder was notwendig ist, damit Logistik reibungslos funktioniert, zum Beispiel die Organisation, Koordination, Netzwerke sowie die Fähigkeit, den Überblick und die Kontrolle zu behalten. Genau das sind die Fähigkeiten, die viele Frauen in hohem Maße besitzen. So konnte ich während meiner Berufslaufbahn genau diese Fähigkeiten einbringen und wurde dafür geschätzt.

Ich habe Logistik studiert und lernte bereits während meines Studiums, dass die Arbeit in diesem Umfeld mitunter „schmutzig“ und rau sein kann. Zugleich kann die Arbeit jedoch auch filigran sein, wenn es um die technische Prozessoptimierung geht, oder fein abgestimmt sein, wenn es um Spezialtransporte geht, oder auch visionär sein, wenn es um Innovationen geht.

Ich habe in der Straßentransportlogistik für einen großen Logistikdienstleister, eine Spedition und einen Fahrzeughersteller gearbeitet. Mit der Zeit habe ich mich an den rauen Umgangston gewöhnt und mir den Respekt der anderen Mitarbeitenden, die überwiegend Männer waren, verdient, indem ich gut organisiert und vorausschauend war und auch mal (vielleicht nicht ganz sicherheitskonform) mit High Heels auf die Lastwagen stieg, um die Sicherheit der Ladung zu inspizieren.

Klischee bedient: Sicherheitsschuhe zum Business-Kostüm

Bei CAMELOT konnte ich meine Kenntnisse im Logistikumfeld durch meine Projekte zu unterschiedlichen Logistikthemen erweitern, wie zum Beispiel in der Lagerverwaltung oder Sendungsverfolgung.

Vor CAMELOT hatte ich keine Beratungserfahrung und war zunächst ein wenig eingeschüchtert von dem Arbeitsklima, für das die Consultingbranche bekannt ist. Oft war zu hören: „Hier musst du deinen Mann stehen.“ Tatsächlich sind viele Vorgesetzte, Projektmanager und Auftragnehmer gerade in Logistikprojekten männlich. So bringt es mitunter besondere Herausforderungen mit sich, in einem von Männern dominierten Umfeld auf Augenhöhe zu diskutieren und zu verhandeln sowie stets überzeugend und entschlossen zu wirken.

Doch das heißt nicht, dass Frauen nicht genauso gut und erfolgreich im Consulting arbeiten können wie Männer. Die Fähigkeiten, die man im Consulting mitbringen muss, wie analytisches Denken, technische Kompetenz und strukturiertes Arbeiten, sind nicht geschlechtsspezifisch. Des Weiteren werden gute soziale Fähigkeiten benötigt, da man mit vielen verschiedenen Menschen in häufig wechselnden Teams arbeitet. Feingefühl in der Kommunikation und soziale Kompetenzen, die oft als typisch weibliche Fähigkeiten betrachtet werden (jedoch ebenfalls nicht geschlechtsspezifisch sind), spielen im Consulting ebenfalls eine sehr wichtige Rolle. Dies ist besonders bei schwierigen Konstellationen hilfreich, da Frauen diplomatischer sein können und deeskalieren, indem sie weniger harte Formulierungen wählen als Männer.

Nicht zuletzt sind Ausdauer und Flexibilität natürlich besonders wichtig. Es kann also vorkommen und ist tatsächlich bereits vorgekommen, dass High Heels gegen Uvex-Sicherheitsschuhe getauscht werden mussten, um im schicken Business-Kostüm eine spontane Lagerbesichtigung durchzuführen. Auch in solch einer Situation sollte man natürlich kompetent wirken.

Also ja, der Job ist anspruchsvoll, aber man wächst hinein. Dabei helfen die Kollegen bei CAMELOT, das richtige Gleichgewicht zwischen selbstbewusstem Auftreten und Authentizität zu finden, wobei man sich dem Kunden gegenüber immer als ein Team präsentiert.

Frauen in der Logistik: ein Volltreffer

Ich kann für mich selbst sagen, dass ich in der Logistikberatung genau da bin, wo ich sein möchte. Ich bin überzeugt, dass wir mit mehr weiblicher Unterstützung wirklich etwas bewegen können, weil Frauen genau die Fähigkeiten mitbringen, die in diesem Umfeld gebraucht werden. Also wagen Sie den Einstieg in die spannende Welt der Logistikberatung und wachsen Sie gemeinsam mit uns.

CAMELOT CAse Study Brenntag NOrth America: People-focused MDM Transformation

Case Study Brenntag Nord-Amerika: Transformation Analytics

Das MDM-Projekt bei Brenntag North America stellte die Menschen in den Mittelpunkt des Transformationsansatzes, unterstützt durch Tranformation Analytics Daten. (in Englisch)

Download: People-Focused MDM Transformation

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