Kein Zweifel: Agiles Arbeiten funktioniert. Unternehmen investieren mehr Aufwand als je zuvor, um agiles Arbeiten in ihren Organisationen zum Standard zu machen. Dabei gestalten sie teilweise ihre etablierten Betriebsmodelle, Prozesse und Rollen um. Einige von ihnen haben jedoch Schwierigkeiten, den angestrebten agilen Reifegrad zu erreichen. Viele tappen in typische Stolperfallen, die sie daran hindern, Vorreiter in puncto Agilität zu werden. Dieser Artikel bietet Tipps, wie man „Fake Agile“ – also ein scheinbar agiles Setup – vermeidet und tatsächlich agile Reife erreicht.

„Wir haben alles vorbereitet: Wir haben ein cross-funktionales Team, wir haben Scrum eingeführt und agile Events wie Daily Standups, Reviews und Retrospektiven etabliert. Aber es hat nicht funktioniert. Das Team scheint unmotiviert. Was machen wir falsch?“ Derlei Situationen sind nicht ungewöhnlich und bergen ein hohes Risiko, dass sich der Aufwand für die agile Aufstellung nicht bezahlt macht. Damit Sie einen Dauerzustand aus Zweifeln, Frustration oder sogar agiler Unreife vermeiden, haben wir vier Tipps für Ihre agile Transformation.

 

1.      Stellen Sie sicher, dass Agilität in Ihrem Kontext passt

Agiles Arbeiten wird seit etwa 20 Jahren praktiziert, in den letzten 10 Jahren hat es enorm an Popularität gewonnen. Dies vor allem deshalb, weil traditionelle Arbeitsweisen nicht mit dem schnellen Wandel der heutigen Welt mithalten können und nicht flexibel genug sind, um sich an immer neue Kundenbedürfnisse und Innovationsanforderungen anzupassen. Dieser Aufwind lässt mitunter den Eindruck entstehen, dass agiles Arbeiten die Lösung für alles sei: für schnellere Durchlaufzeiten, für mehr Innovation oder das Allheilmittel für Probleme bei Softwareentwicklung oder Projektmanagement. Doch in Wirklichkeit gibt es einen bestimmten Anwendungsbereich für agile Modelle, und sie sind nicht überall sinnvoll. Sie entfalten ihr volles Potenzial vor allem in komplexen Situationen mit weniger starrem Aufgabenbereich und hohem Bedarf an Interaktion mit dem Kunden. Das gesagt lautet unser Rat: Analysieren Sie zuerst, ob der agile Ansatz zu dem Kontext und den Zielen der geplanten Initiative passt, damit er die angestrebten Vorteile bringen kann.

2.      Ändern Sie Ihre Denkweise

In vielen Unternehmen werden agile Methoden implementiert, ohne dass Idee, grundlegende Bedeutung und Ziele des agilen Arbeitens wirklich verstanden wurden. Oft wird Agilität als Trendthema betrachtet, das stark von oben priorisiert und sehr schnell implementiert wird. Häufig werden bestehende, traditionelle Rollen, Prozesse und Meetings einfach durch Agile-Begriffe ersetzt. Das mag vielleicht gut klingen, das Vorgehen ist jedoch wenig zielführend. Agil zu werden und zu sein, bedeutet nicht, dass man einfach über Nacht von einer traditionellen auf eine agile Arbeitsweise umschaltet. Es geht vielmehr darum, eine langfristige Denkweise und Kultur zu etablieren, die auf bestimmten agilen Werten und Prinzipien beruht. Diese Werte schaffen die grundlegende Stärke und Stabilität für den Weg zur Agilität und fördern das Wachstum der Rahmenwerke und Praktiken, die weitere Voraussetzungen des agilen organisatorischen Wandels bilden. Einfach gesprochen, wird Ihre agile Transformation ein Erfolg, wenn Sie zunächst an der Denkweise arbeiten, bevor Sie versuchen, einen neuen Ansatz zu implementieren.

3.      Gewinnen Sie die Unterstützung des Managements

Wie wir wissen, hat die Unterstützung eines Projekts durch die Führungsspitze direkte Auswirkungen auf Kultur, das Commitment und die Bereitschaft der Menschen, eine Transformation zu unterstützen. Dies kann verstärkt werden, indem das Management das Training, Engagement und die Zusammenarbeit in agilen Teams aktiv mitgestaltet und positiv beeinflusst. In agilen Arbeitsumgebungen ist dieser Faktor sogar noch wichtiger. Wenn Führungskräfte nicht als Vorbilder fungieren oder die Vorteile der agilen Initiative nicht sehen, wird das die gesamte Transformation stark erschweren. Um dem vorzubeugen, sollten Sie Ihre Führungskräfte und Entscheidungsträger in einem frühen Stadium an Bord holen, schulen und zu Botschaftern für die Initiative machen. Stellen Sie sicher, dass sie ihre neue Rolle verstehen und Vertrauen in selbstorganisierte Teams entwickeln, die gute Entscheidungen treffen können.

4.      Bauen Sie Expertise auf und vermeiden Sie Rollenkonflikte

Auch ein Mangel an Expertise in einer Organisation kann dazu führen, dass agile Modelle unzureichend umgesetzt werden. Idealerweise verfügen Organisationen über erfahrene Agile Coaches, Change Agents, Scrum Master und Product Owner, die ihr umfassendes funktionales und technisches Wissen mit einer intrinsischen Motivation kombinieren. Dadurch werden eine nachhaltige agile Denkweise und kulturelle Veränderung gefördert. Allerdings fehlen den meisten Organisationen entsprechende Experten bzw. Menschen mit Kompetenzen für die neuen Rollen, was häufig zu Mischrollen führt. Dies sorgt zwar für ein gewisses Erfahrungsniveau, kann jedoch schnell in einem Interessenkonflikt enden. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann dieses Problem bewältigt und ausgeglichen werden. Beginnen Sie gleich im Einstellungsprozess für neue Teammitglieder, indem Sie eine Skill-Gap Analyse durchführen. Damit ermitteln Sie, wo zusätzliche Unterstützung notwendig ist, und schaffen so die Grundlage für eine hochwertige, zielorientierte Zusammenarbeit mit neuen Kolleginnen und Kollegen.

 

Abschließend sei gesagt, dass es durchaus möglich ist, einen zufriedenstellenden agilen Reifegrad zu erreichen, wenn die gezeigten Aspekte von Beginn an berücksichtigt. Das Wichtigste ist ein Grundverständnis, was Agilität bedeutet, worin die agile Denkweise besteht und auf welcher Reifegrad-Stufe sich Ihre Organisation befindet. Danach sollten Sie sich während des Transformationsprozesses und nach der Implementierung aktiv bemühen, agile Arbeitsweisen nachhaltig in der Organisation zu verankern. Befähigte und engagierte Führungskräfte sowie Experten werden dafür sorgen, dass agile Reife erlangt and stabilisiert wird.

Sind Sie unsicher, ob das agile Modell zu Ihrer aktuellen Initiative passt oder welchen agilen Reifegrad Sie bereits erreicht haben? Bei CAMELOT führen unsere Experten eine umfassende Bewertung Ihres agilen Reifegrads durch, um zu prüfen, ob Sie auf dem richtigen Weg sind, und erstellen eine maßgeschneiderte Roadmap für Sie, um die ersten Schritte Ihrer erfolgreichen Transformation aufzuzeigen.

 

 

 

 

 

 

CAMELOT CAse Study Brenntag NOrth America: People-focused MDM Transformation

Case Study Brenntag Nord-Amerika: Transformation Analytics

Das MDM-Projekt bei Brenntag North America stellte die Menschen in den Mittelpunkt des Transformationsansatzes, unterstützt durch Tranformation Analytics Daten. (in Englisch)

Download: People-Focused MDM Transformation

Empfohlene Artikel

Supply Chain Management

Erfolgsfaktoren für die DDMRP-Umsetzung in einem eingeschränkten Produktionsumfeld (I)

Das Konzept der bedarfsgesteuerten Materialbedarfsplanung (Demand-Driven MRP – DDMRP) erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Immer mehr Unternehmen unterschiedlicher Branchen setzen auf DDMRP-Lieferkettenplanung, in …

weiterlesen
Digital Core

Reporting der nächsten Generation mit SAP Analytics Cloud

Bringen Sie Ihr Reporting auf ein ganz neues Level – die ganze Welt spricht über KI, Data Science und Machine Learning, doch …

weiterlesen
Future Value Chain

Working Capital: Das Dilemma überwinden – Teil 2

Unternehmen müssen sich einem Dilemma stellen, wenn es um die Verwaltung von Beständen und Betriebskapital geht. Einerseits erfordert ein …

weiterlesen

Denken Sie Ihre Value Chain neu mit uns

Kontaktieren Sie uns