Der Begriff Kreislaufwirtschaft, englisch Circular Economy, beschreibt den Trend zu Geschäftsmodellen, deren Ressourcennutzung nicht mehr auf dem aktuellen „Take-Make-Waste“-System (deutsch etwa: Nehmen, Herstellen, Wegwerfen) basiert. Stattdessen zielt die Kreislaufwirtschaft auf Modelle, in denen zugeführte Ressourcen und Materialien in einen Kreislauf erhalten und regeneriert werden. Soziale, ökologische und wirtschaftliche Triebfedern beschleunigen den Wechsel hin zur Kreislaufwirtschaft und machen es erforderlich, dass Unternehmen ihre Wertschöpfungsketten von Grund auf anpassen und so den Kreislauf schließen können. Wir beschreiben in diesem Artikel die fünf Kreisläufe, die als Grundprinzipien der Kreislaufwirtschaft gelten und erklären, wie Unternehmen ihre Geschäftsmodelle anpassen können. Jedes Unternehmen muss sich seiner eigenen Rolle in der Kreislaufwirtschaft bewusst werden. Sie hängt von seiner einzigartigen Position innerhalb der Wertschöpfungskette und den eignen Stärken ab. Daraus ergibt sich der individuelle Punkt, an dem ein Übergang in eine grüne Zukunft und in Richtung einer nachhaltigen Wirtschaft möglich ist.

Triebfedern für den Wandel zur Kreislaufwirtschaft

Die Wirtschaft funktioniert heute überwiegend linear. Der Circular Gap Report schätzt, dass die globale Kreislaufwirtschaft im Jahr 2020 bei 8,6 Prozent lag (siehe Grafik 1, Mitte). Aber es besteht das Potenzial, diese Zahl auf 17 Prozent zu verdoppeln, indem eine Reihe unterschiedlicher Maßnahmen umgesetzt werden. Das scheint auf den ersten Blick nicht viel, der Schritt dürfte jedoch die globalen Gesamtemissionen jedoch um 39 Prozent verringern. Der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft wird von sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Trends hin zu Nachhaltigkeit angetrieben, die sich in fünf Dimensionen manifestieren und gegenseitig verstärken.

Soziale, wirtschaftliche und ökologische Triebfedern der Kreislaufwirtschaft
Abbildung 1: Soziale, wirtschaftliche und ökologische Triebfedern der Kreislaufwirtschaft

Verbraucher werden sich zunehmend des Themas Nachhaltigkeit bewusst und verstehen, dass es bei Nachhaltigkeit um mehr geht als nur um Treibhausgasemissionen. Die Kreislaufwirtschaft spricht dringende Anliegen der Verbraucher an, wie Plastik in den Ozeanen, Ressourcenverschwendung in der sogenannten „Fast Fashion“, Abholzung, mangelndes Recycling und Abfallvermeidung. Sie erweitert und ergänzt den allgemeinen Tunnelblick auf die CO2-Emissionen hin zu einer ganzheitlicheren Sicht auf Nachhaltigkeit.

Das führt auch zu einer Reduktion der Umweltbelastung. Rund 45 Prozent der Treibhausgasemissionen weltweit werden durch die Herstellung von Produkten und durch Landnutzung verursacht und können mit der Anwendung von Prinzipien der Kreislaufwirtschaft verringert werden. Laut Schätzungen des Circular Gap Report, einer globalen und sektorübergreifenden Initiative mit Beteiligten aus Wissenschaft, Wirtschaft, NGOs und Regierungen, könnten wir die Treibhausgasemissionen so reduzieren, dass wir unter dem Klimaziel von 2°C bleiben. Dafür werden zwei Voraussetzungen genannt: das Kreislaufpotenzial von 17 Prozent erreichen und die national festgelegten Beiträge laut Pariser Abkommen einhalten. Darüber hinaus ist sich insbesondere die EU bewusst, dass geschlossene Kreisläufe dabei helfen, wertvolle Ressourcen in der Wirtschaft zu erhalten und die Abhängigkeit von Rohstoff-Volatilität und externer Versorgung, insbesondere aus sozial und ökologisch bedenklichen Quellen, zu reduzieren.

Daher führen die Ziele des Klimaschutzes und der Ressourcenschonung sowie die Verbrauchernachfrage zu immer mehr Vorschriften, die den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft fördern. Insbesondere in Europa gibt es viele neue Vorschriften, darunter den Circular Economy Action Plan, eine Besteuerung von nicht recyceltem Kunststoff, den EU Green Deal, Versandverbote für Kunststoffabfälle der OECD und viele mehr. Diese Vorschriften bieten Anreize, fördern den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft und erschweren oder beschränken sogar Geschäftstätigkeiten, die diesem Ziel entgegenstehen.

Alle oben genannten Faktoren veranlassen den Finanzsektor, ESG- und Nachhaltigkeitskriterien in seine Anlagestrategien zu integrieren. Das schlechte Abschneiden eines Unternehmens hinsichtlich Nachhaltigkeit wird so zu einem finanziellen Risiko. Nicht nachhaltige Geschäftsmodelle wie die Energieerzeugung auf Basis fossiler Brennstoffe könnten in einem Marktumfeld mit starkem Fokus auf Nachhaltigkeit zum Problem werden und bieten daher möglicherweise keine glaubwürdige Zukunftsperspektive. Anleger verzichten dann eher auf Investitionen in diese Unternehmen. Für Unternehmen könnten sich eine Nachlässigkeit bei ESG- und Nachhaltigkeitszielen in Zukunft also finanziell negativ auswirken. Darüber hinaus boomt der Markt für nachhaltige Anlagen und grüne Anleihen.

Nicht zuletzt eröffnet die Kreislaufwirtschaft große potenzielle Geschäftsfelder. Schätzungen zufolge könnten Geschäftsmodelle auf Kreislaufbasis ein Marktpotenzial von bis zu 4,5 Billionen US-Dollar haben. Unternehmen, die sich früh für die Kreislaufwirtschaft öffnen, können ökologischen und wirtschaftlichen Erfolg vereinen, um sich einen klaren Wettbewerbsvorteil zu verschaffen und ihre Rentabilität zu steigern. Im nächsten Abschnitt möchten wir die Möglichkeiten und das Wesen dieser Geschäftsmodelle auf Kreislaufbasis erkunden.

Der erste Schritt Ihres Unternehmens in den Kreislauf

Die Kreislaufwirtschaft bietet Lösungen, die wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit verbinden, indem die Art, wie wir Produkte und Güter herstellen, nutzen und entsorgen, grundlegend verändert wird. Statt der Denkweise „Verbrauchen und Wegwerfen“ der herkömmlichen linearen Wirtschaft werden Ressourcen und Rohstoffe zirkuliert, erhalten und regeneriert. Um hier in Führung zu gehen und das gesamte Potenzial einer aufstrebenden und nachhaltigen geschlossenen Kreislaufwirtschaft nutzen zu können, müssen Unternehmen ihre zukünftige Rolle proaktiv gestalten. In einer Kreislaufwirtschaft basieren Geschäftsmodelle und Wertschöpfung auf einer Reihe von Grundprinzipien: den Kreisläufen. Es gibt jedoch keinen Ansatz, der für alle Geschäftsmodelle gleichermaßen geeignet ist. Jedes Unternehmen muss sich der eigenen Rolle und Möglichkeiten in Bezug auf individuelle zirkuläre Geschäftsmodellen bewusst werden. Dieser individuell optimale Punkt definiert sich anhand der einzigartigen Position innerhalb der Wertschöpfungskette und anhand der Fähigkeiten des Unternehmens. Nach unserer Erfahrung müssen Unternehmen einige wichtige Punkte beachten:

  1. Lernen Sie, Kreisläufe als Kernprinzipien zu verstehen, die innerhalb einer Kreislaufwirtschaft Wertschöpfung generieren.
  2. Finden Sie heraus, welche der Kreisläufe am besten zu den individuellen Merkmalen Ihres Unternehmens passen.
  3. Fassen Sie die zukünftige Rolle des Unternehmens als den klaren Zielzustand auf, der im entsprechenden Kreislauf erreicht werden kann.
  4. Richten Sie Ihr Geschäftsmodell am neuen Kreislauf aus und passen Sie den Aufbau der Wertschöpfungskette an das neue zirkuläre Geschäftsmodell an.
  5. Leiten Sie den Übergang zum zirkulären Geschäftsmodell ein, indem Sie mit den wichtigsten Stakeholdern Maßnahmen bewerten und Anreize setzen.

Verständnis der Kreisläufe und der linearen Sackgassen

In einer Circular Economy wird Wertschöpfung durch Geschäftstätigkeiten erzielt, die auf Kreisläufen aufbauen. Wir können branchenübergreifend fünf allgemeine geschlossene Kreisläufe identifizieren, mit denen Mehrwert erzielt und Ressourcen erhalten werden. Andererseits gibt es drei Sackgassen der linearen Wirtschaft, die Hinterlassenschaften der alten, auslaufenden linearen Wirtschaft sind und wertvolle Ressourcen verschwenden.

Fünf Modelle der Kreislaufwirtschaft
Abbildung 2: Die fünf Kreisläufe und die drei linearen Sackgassen als Grundprinzipien der Kreislaufwirtschaft

1. Kreislauf: Teilen und Instandhalten

Im ersten Kreislauf geht es um das Teilen und Instandhalten; dies beschreibt die intensivierte Nutzung von Produkten durch Teilen und die deutliche Verlängerung der Produktlebensdauer durch Langlebigkeit und Instandhaltung. Die Produktlebensdauer zu verlängern und ein Produkt für die Nutzung durch mehrere Verbraucher zugänglich zu machen, sind sehr wirksame Maßnahmen, durch die eine größere Nachfrage mit den gleichen Ressourcen gestillt werden kann. Unternehmen können dieses Prinzip mit Sharing-Modellen oder „As-a-Service“-Modellen in profitable Aktivitäten übersetzen. Der Verbraucher bezahlt für die Nutzung des Produkts und das Unternehmen nimmt wiederkehrende Gebühren für die Bereitstellung und den Erhalt des Produktes ein. Anschauliche Beispiele für Teilen- und Erhalten-Ansätze sind beispielsweise Carsharing, die die Auslastung des Fahrzeugs steigern, oder Mietmodelle für Geräte.

2. + 3. Kreislauf: Wiederverwendung und Umnutzung sowie Reparatur und Überholung

Die Kreisläufe Wiederverwendung und Umnutzung sowie Reparatur und Überholung beschreiben Prinzipien, die die Lebens- und Nutzungsdauer eines Produktes verlängern, indem es zurück an den Hersteller oder Markeninhaber geht und dort für einen weiteren Nutzungszyklus aufbereitet wird. Mit dem System der Wiederverwendung und Umnutzung werden Produkte retourniert und entweder für denselben Zweck (z.B. nach einer Reinigung) wieder eingesetzt oder für eine alternative Anwendung umgenutzt. Second-Hand-Kleidung ist ein allgemein bekanntes Beispiel für den Kreislauf Wiederverwendung und Umnutzung. Bei Reparatur und Überholung wird das Produkt nach der Rückgabe einer umfassenderen Behandlung unterzogen. Die Produkte müssen repariert werden, defekte Teile werden möglicherweise ersetzt oder das Produkt wird angepasst, um für eine andere Anwendung nutzbar zu sein. Reparatur- und Überholprogramme gibt es beispielsweise bei dem Kauf von überholter Unterhaltungselektronik. Diese Programme werden gegenwärtig im Bereich der Aufarbeitung von Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge untersucht.

4. Kreislauf: Recycling und Rückgewinnung

Das System Recycling und Rückgewinnung stellt eine von zwei Möglichkeiten dar, um Rohmaterialien auf nachhaltige und zirkuläre Art und Weise zu gewinnen. Dieser Kreislauf beschreibt die Rückgewinnung von Ressourcen aus Altprodukten. Altprodukte werden gesammelt und aufbereitet, um Sekundärrohstoffe und Rezyklate zu gewinnen, die dann für die Herstellung neuer Produkte eingesetzt zur Verfügung stehen. Das Recycling von Kunststoff, Metall, Glas und Papier stellt eine gängige Anwendung dieses Kreislaufs dar. Auch das sogenannte „Urban Mining“ fällt in diese Kategorie des Recyclings und der Rückgewinnung aus angesammelten und konzentrierten Ressourcen in städtischen Gebieten.

5. Kreislauf: Erneuerung und Erhaltung

Erneuerung und Erhaltung ist die zweite Möglichkeit, um Rohstoffe auf nachhaltige und zirkuläre Art und Weise zu gewinnen Statt auf fossile oder andere endliche Ressourcen zurückzugreifen, werden Rohstoffe aus erneuerbaren und nachwachsenden natürlichen Ressourcen gewonnen. Darüber hinaus müssen strenge soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt werden, um die Regeneration einer natürlichen Ressource gewährleisten zu können. Dazu zählen beispielsweise nachhaltige Forstwirtschaft und Landnutzung. Wenn eine Ressource von Natur aus endlich ist – dazu zählen Mineralien oder Erze – sollte das Abbauverfahren zumindest die soziale und ökologische Umwelt schützen und Gesundheit, Sicherheit und Menschenrechte garantieren sowie die Auswirkungen auf den natürlichen Lebensraum minimieren und diesen nach dem Abbau wieder herstellen.

Die drei Sackgassen

Die linearen Sackgassen sind ein Erbe aus der linearen Wirtschaft und müssen in einer Kreislaufwirtschaft aufgrund des Verlustes wertvoller Ressourcen und des Wertverlustes vermieden werden. Energierückgewinnung beschreibt die Verbrennung von Altprodukten. Obwohl Altprodukte verbrannt werden, um Energie für Heizung oder Strom zu gewinnen, gehen dabei die Materialien in den Produkten unwiederbringlich verloren, anstatt als wertvolle Ressourcen und Sekundärrohstoffe genutzt zu werden. Entsorgung bezeichnet die Endlagerung von Altprodukten in Deponien. Die Leckage in die Natur ist mit Abstand die schlechteste Möglichkeit, mit Altprodukten umzugehen, da Abfälle einfach in die Umwelt entsorgt werden, ob gewollt oder ungewollt, und für Umwelt und Gesundheit eine Bedrohung darstellen.

Insgesamt folgen Kreisläufe und lineare Sackgassen einer Logik von bevorzugt bis abzulehnend, je nachdem, wie stark sie Ressourcen und Werte erhalten. Das wird in Abbildung 2 durch die Skala rechts dargestellt. Die am stärksten bevorzugten Kreisläufe erhalten den Wert und das Material eines Produktes am besten und umgekehrt. Obwohl Organisationen auf diese Logik achten sollten, hängt es stark von der Art des Produkts und der Wertschöpfungskette ab, welche Kreisläufe am besten geeignet sind und sich in ein erfolgreiches und nachhaltiges zirkuläres Geschäftsmodell einfügen lassen.

Best Fit: Kreisläufe für Ihrer Produkte finden

Jedes Unternehmen kann ein zirkuläres Geschäftsmodell aufbauen und nachhaltigen Mehrwert auf Grundlage der oben erläuterten Kreisläufe schaffen. Die fünf möglichen Kreisläufe müssen an jede Branche und jedes Produkt angepasst werden, um eine passende zirkuläre Lösung zu finden, die den einzigartigen und individuellen Eigenschaften des jeweiligen Marktes entspricht. Aufgrund der Eigenschaften und der Natur verschiedener Produkte, Märkte und Einsatzbereiche, sind einige Kreisläufe in bestimmten Branchen oder Geschäftsbereichen nützlicher als andere. Es gibt keinen Ansatz, der für alle geeignet ist. Um erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen die folgenden Kriterien berücksichtigen:

  1. Entwickeln Sie ein zirkuläres Geschäftsmodell aus den möglichen Kreisläufen, die der individuellen Situation Ihrer Produkte und Dienstleistungen und den Gegebenheiten der Branche entsprechen.
  2. Lernen Sie die resultierenden Kreislaufströme kennen, um das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage unter den Akteuren des neuen Marktes zu identifizieren, beispielsweise das Gleichgewicht zwischen Anbietern und Verbrauchern von recyceltem Kunststoff.
  3. Fokussieren Sie auf den Ihrem Unternehmensprofil entsprechenden Kreislauf, der durch Zirkularität den besten Wert schaffen, Kosten sparen und Umweltbelastungen reduzieren kann
  4. Identifizieren Sie den individuellen „Sweet Spot“ Ihres Unternehmens, indem Sie Ihre Position in der Wertschöpfungskette sowie Ihre Fähigkeiten innerhalb des zirkulären Geschäftsmodells nutzen.
  5. Arbeiten Sie mit externen und internen Interessengruppen zusammen, um neue Verbindungen zwischen Lieferanten und Kunden zu knüpfen, ein Ökosystem zu schaffen und gemeinsame Innovation zu fördern
  6. Überprüfen Sie das Geschäftsmodell im kleinen Maßstab an der untersten Grenze der Rentabilität für eine schnelle und flexible Umsetzung vor einer Erweiterung; eine Partnerschaft mit einem Start-up oder als Spin-off eines Unternehmens könnte hilfreich sein.

So eröffnen zirkuläre Geschäftsmodelle neue Wege der Rentabilität. Obwohl sie möglicherweise bestehende Geschäftsmodelle aus der linearen Wirtschaft ersetzen, sollten sie im Idealfall neue Gewinnmöglichkeiten eröffnen, entweder über neue Einnahmequellen oder über Kosteneinsparungen.

Abbildung 3 zeigt anschauliche mögliche Geschäftsmodelle auf Grundlage von Kreisläufen für die Bekleidungs- oder Modeindustrie und deren mögliche Vor- und Nachteile. Jeder dieser Kreisläufe ist auf die Modebranche anwendbar und Geschäftsmodelle können darauf aufgebaut werden.

Anschauliche mögliche Geschäftsmodelle auf Grundlage von Kreisläufen für die Bekleidungsindustrie
Abbildung 3: Anschauliche mögliche Geschäftsmodelle auf Grundlage von Kreisläufen für die Bekleidungsindustrie

Die zukünftige Rolle aus Position in der Wertschöpfungskette und individuellen Fähigkeiten entwickeln

Nachdem mögliche Geschäftsmodelle identifiziert wurden, muss sich jedes Unternehmen der eigenen Rolle mit individuellen und detaillierten zirkulären Geschäftsmodellen bewusst werden. Diese stehen in Abhängigkeit von der einzigartigen Position innerhalb der Wertschöpfungskette sowie den individuellen Fähigkeiten; hier ist der eigene optimale Punkt zu finden, der Sweet Spot. Um das Beispiel der Modebranche auszugreifen: Nicht nur die Modemarken, sondern auch andere Akteure wie Hersteller oder Einzelhändler in der Modebranche müssen entscheiden, welcher Kreislauf und welches entsprechende zirkuläre Geschäftsmodell in ihrer individuellen Situation in Betracht kommt. Zum Beispiel:

  • Eine Modemarke, die eine Nische bedient, könnte alle ihre Rohstoffe, Wolle und Baumwolle, aus zertifiziert nachhaltigen nachwachsenden Bio-Quellen beziehen.
  • Ein großer Textilhersteller könnte recycelte Materialien einsetzen und gesammelte Stoffe für den Wiederverkauf reparieren.
  • Eine integrierte Modemarke mit eigenen Läden könnte ihr großes Netzwerk nutzen, um getragene Kleidung in Reparatur- und Recyclingprogrammen zu sammeln und sie entweder als Second Hand-Ware weiterverkaufen oder das recycelte Material in neuen Stoffen verwenden.

Anhand dieser Beispiele wird deutlich, dass Kreisläufe separat betrieben, oder in vielen Fällen auch kombiniert werden können.

Ausblick: Identifikation der Fähigkeitslücke und der ersten Schritte der Reise

Wir haben gezeigt, dass Kreislaufwirtschaft sich nicht nur durch den Druck durch Verbraucher und Politik hin zu Nachhaltigkeit bewegt, sondern dass Modelle der Kreislaufwirtschaft auch von der Finanzbranche gefordert werden; hier lassen sich dadurch neue Geschäftspotenziale erschließen. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft ermöglicht es Unternehmen und Organisationen, wirtschaftlichen Erfolg mit sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitszielen zu verbinden. Um eine Führungsposition einnehmen und das gesamte Potenzial einer aufstrebenden und nachhaltigen geschlossenen Kreislaufwirtschaft nutzen zu können, müssen Unternehmen ihre zukünftige Rolle proaktiv gestalten. In einer Kreislaufwirtschaft basieren Geschäftsmodelle und Wertschöpfung auf einer Reihe von Grundprinzipien: den Kreisläufen. Es gibt jedoch keinen Ansatz, der für alle gleichermaßen geeignet ist. Jedes Unternehmen muss sich der eigenen Rolle mit individuellen zirkulären Geschäftsmodellen bewusstwerden und den eigenen „Sweet Spot“ finden.

Im nächsten Artikel werden wir untersuchen, wie sich Fähigkeitslücken identifizieren und schließen lassen, damit die zirkulären Geschäftsmodelle umgesetzt werden können. Danach skizzieren wir, wie der Weg zum Übergang zur Zirkularität begonnen werden kann und wie die Transformation überwacht wird. Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt und diejenigen, die bereit sind, den ersten Schritt jetzt zu tun, können das volle Potenzial ausschöpfen und Nachhaltigkeit über zirkuläre Geschäftsmodelle als Wachstumspotenzial nutzen.

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