In jüngsten Hype Cycle for Supply Chain Execution Technologies analysiert Gartner Lieferketten- und Logistiktechnologien nach ihrem Reifegrad und den Auswirkungen auf das Geschäft. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf einige bald ausgereifte Technologien, die Sie in Ihrem Transportmanagement einsetzen können:

  • Real-Time Transportation Visibility (RTV)
  • Digitized Freight Networks (DFN)
  • Supply Chain Convergence (SCC)

Grundlagen Logistik-Vision: Drei Technologien fürs Transportmanagement aus dem Gartner HypeCycle

Real-Time Transportation Visibility (RTV) im Transportmanagement

Dank RTV-Technologien können Kundenanforderungen wie z. B. ausgereiftere Track & Trace-Lösungen schon bald besser erfüllt werden, und Supply Chain Manager können in Zukunft auf leistungsstärkere Supply Chain Event Management (SCEM)-Lösungen zurückgreifen, die über wesentlich bessere Prognosemöglichkeiten verfügen.

Eine weitere, wesentlich weniger komplexe Technologie, die RTV ebenfalls ermöglicht, ist ein weiter entwickeltes Terminplanungstool für Spediteure und Verlader. Es unterstützt Personalplaner und Dispatcher von Logistikdienstleistern (Logistics Service Provider, LSP) bei der Buchung geeigneter Zeitfenster. Das Tool arbeitet auf der Grundlage von Echtzeit-Tracking-Daten, die die Berechnung genauer Ankunftszeiten ermöglichen, die regelmäßig aktualisiert werden, sodass Packer automatisch informiert werden, wenn andere LKW vorgezogen werden können, um Leerlaufzeiten zu vermeiden.

Gartner stuft die RTV-Technologien als Hauptpriorität ein, wir raten jedoch dazu, zunächst genau zu überlegen, was Sie mit Ihrem Sichtbarkeitsansatz erreichen wollen. Was wollen Sie mit den gewonnenen Informationen anfangen? Nutzen sie Ihren Geschäftszielen? Wollen Sie damit nur Ihre Berichte aufpeppen oder gibt es tatsächlich Use Cases in Ihrem Unternehmen, die RTV-Technologien im Transportmanagement erfordern?

Digitized Freight Networks (DFN)

DFN dienen dazu, Nachfrage und Ladekapazitäten von LSPs für jede Strecke digital zu verwalten. Sie ermöglichen eine schnellere Terminierung und Buchung und zeigen Nachfrage und Kapazitäten in Echtzeit an. Diese Möglichkeit steht zunächst nur für den Transport auf der Straße zur Verfügung. Optionen für Luft- und Seefracht könnten jedoch folgen. Gartner erwartet eine vollständige Ausreifung dieser Technologie innerhalb der nächsten fünf bis 10 Jahre.

Die technologische Grundlage von DFN sind webbasierte Logistikplattformen (WBLP). In der letzten Zeit wurden verschiedene Plattformen dafür entwickelt, häufig von vollständig digitalisierten Logistik-Start-ups. Diese Plattformen bieten ihren Kunden multimodale Logistikdienstleistungen mit einer User Experience ähnlich wie beim Online-Shopping. Für die Nutzer ist es jedoch etwas umständlich, Frachttermine auf einer dieser Plattformen zu buchen, die passenden Preise und Zeiten zu finden und dann alles in ihr eigenes TMS zu übertragen. Wir gehen daher davon aus, dass sich im Bereich der WBLP eine deutliche Konsolidierung und Spezialisierung vollziehen wird, sobald TMS-Anbieter ausgereifte Verknüpfungsmöglichkeiten für Versender und Frachtführer zur Verfügung stellen. Unserer Ansicht nach werden die derzeitigen WBLP-Standardfunktionen, die auch DFN ermöglichen, dann Teil der Standardfunktionen von Transportmanagementsystemen.

Supply Chain Convergence (SCC)

Ein Konzept, dessen vollständiger Reifegrad innerhalb der nächsten zehn Jahre erwartet wird, ist Supply Chain Convergence (SCC). Unserer Ansicht nach sind funktionale Silos bei den heutigen Projekten eines der größten Hindernisse für signifikante Verbesserungen. In der Vergangenheit waren beispielsweise Fertigung, Lieferkettenplanung, Lieferkettenausführung (z. B. Transport- und Lagermanagement) oder Kundenservice im Hinblick auf ihre Prozesse und IT siloartig aufgebaut. Die Idee der SCC ist es, diese Silos aufzubrechen und statt einer vertikalen Perspektive eine horizontale oder sogar diagonale Perspektive einzuführen, die sich durch das gesamte Unternehmen zieht. Auf diese Weise können IT und Prozesse vereinheitlicht werden, z. B. Order-to-Cash (OTC)-Prozesse. Aufgrund der erhöhten Transparenz innerhalb der gesamten Organisation kann zudem die Frachtnachfrage wesentlich besser geplant und zuverlässig prognostiziert werden. Wir beobachten, dass auch SAP mit seiner neuen S/4-Plattform die Entwicklung der Supply Chain Convergence unterstützt. Die Prozesse funktionaler Einheiten werden in einer harmonisierten ERP zusammengefasst. Auf diese Weise ergibt sich die Möglichkeit einer deutlichen Prozessharmonisierung, höherer Transparenz und letztlich der Abschaffung von Silos zugunsten einer effizienteren Organisation.

Diese Vorhersagbarkeit und Nachfrageerkennung ist die wesentliche Voraussetzung für die nächste Technologie, die wir genauer betrachten möchten: Transportation Forecasting (TF). Dabei handelt es sich um die Fusion und Weiterentwicklung von RTV und DFN. TF verlinkt Versandunternehmen und LSPs so, dass diese auf der Grundlage entsprechender Prognosen untereinander Informationen über Nachfrage und verfügbare Kapazitäten austauschen. Aufgrund von Personalmangel und einer weiteren Zunahme des Verkehrsaufkommens werden sich die Probleme durch Kapazitätsengpässe, die wir heute schon beobachten, in Zukunft noch deutlich verstärken. TF kann dieses Problem lösen, indem es Versandunternehmen die nötige Zeit verschafft, ihre Transporte und Mitarbeiter besser zu organisieren und für bestimmte Daten ausreichend Kapazitäten bereitzustellen.

Wie und warum Sie Ihre Logistikvision überarbeiten sollten – und welche Rolle das Transportmanagement spielt

Was Sie im Hinblick auf die oben genannten Technologien wissen sollten, ist, dass sie ihr volles Potenzial für eine deutliche Optimierung des Logistikbereichs nur dann entfalten, wenn sie integriert werden. Integriertes Transportmanagement ist also der Schlüsselbegriff, wenn es darum geht, eine zukünftige Logistikvision zu erarbeiten. Sie sollten daher über Ihren aktuellen Logistikprozess und Ihre IT-Umgebung nachdenken und sich fragen, ob diese wirklich effizient integriert sind. Wie viele Verknüpfungspunkte sind erforderlich und sind diese in der Lage, auch zukünftigen Logistikanforderungen Rechnung zu tragen? Transportation Forecasting beispielsweise ist eine neue Technologie, die sich noch eine Weile weiterentwickeln wird. Einige Unternehmen haben aber bereits damit begonnen, die ersten Schritte in den Bereichen Machine Learning (ML) und künstliche Intelligenz (KI) umzusetzen, um erste Vorteile zu nutzen, die mit Transportation Forecasting vergleichbar sind. Können Ihre Prozesse und Ihre IT ML und KI unterstützen, sodass Sie auf diese Weise deutliche Geschäftsvorteile erzielen?

Zielvorstellung für den Umbau

Auch wenn viele Technologien bis zur vollen Ausreifung noch Zeit brauchen, ist es wichtig, dass Sie sie bereits jetzt in Ihrer Logistikvision berücksichtigen. Welche Voraussetzungen sind notwendig, wo bestehen die größten Lücken und welche Technologien sollten als erste implementiert werden? Kurz gesagt: Um eine zuverlässige Roadmap für Ihren Logistikbereich zu entwickeln, brauchen Sie eine klare Zielvorstellung. Nur Unternehmen, die es schaffen, in Zukunft die erforderlichen Technologien einzuführen, werden ihre Gewinne langfristig stabil halten oder sogar ausbauen können. Die anderen hingegen werden zu beschäftigt damit sein, mit ihren veralteten Prozessen und Umgebungen immer wieder auftretende Feuer auszutreten.

Die Rolle des Transportmanagements in Ihrer Logistikvision

Doch wie bauen Sie ein zukunftsorientiertes, integriertes Transportmanagement in Ihre Logistikvision ein? Die Grundlage dafür sind fundierte und breit gefächerte Markteinblicke. Daraus entwickelt sich ein tiefgehendes Verständnis der zukünftigen Best Practices, gepaart mit dem technologischen Knowhow der Zukunft und einem Blick für das große Ganze. Es gibt kein Allgemeinrezept und natürlich müssen Sie bei alldem die Besonderheiten und die ganz eigenen Problempunkte Ihres Unternehmens auf individuelle Weise berücksichtigen.

Entwicklung der individuellen Roadmap

In genau dieser Entwicklung einer individuellen Roadmap, nach der sich Ihr Unternehmen Schritt für Schritt richten kann, liegt die Stärke von CAMELOT:

  1. In einem ersten Schritt schaffen Sie Transparenz im Hinblick auf interne und externe Ressourcen und Anforderungen.
  2. Der zweite Schritt besteht in der Ausarbeitung einer Zielvision mit den entsprechenden Frameworks.
  3. Im dritten Schritt definieren Sie Projekt-Meilensteine, die Ihnen helfen, Ihre Vision nach und nach umzusetzen und strategische Ziele in Betriebsergebnisse zu verwandeln.

 

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