Wir haben eine Befragung unter Experten im Bereich Master Data Management durchgeführt, um die derzeitige Reife und Marktstimmung in Bezug auf MDM-Initiativen zu analysieren. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse zeigen das ungenutzte Potenzial sowie Verbesserungsmöglichkeiten dieser Initiativen.

Dieser Blogbeitrag ist der erste von zwei Posts, in denen die derzeitige Rolle von SAP MDG und Initiativen für Master Data Management (MDM) beschrieben wird. Gleichzeitig geben wir einen Ausblick, wie Sie eine Roadmap erstellen können, um mehr aus Ihrem MDM-Programm herauszuholen. In diesem Blogbeitrag geht es um die derzeit bestehende Situation sowie um die Stärken und Schwächen von MDM-Initiativen. Im zweiten Beitrag werden wir das zukünftige Potenzial betrachten und beleuchten, wie das Design einer Roadmap aussehen kann, um Ihr MDM-Programm in ein Data Management der nächsten Generation zu verwandeln.

Die COVID-19-Krise – ein Katalysator für Veränderungen?

Nahezu alle Unternehmen nennen eine Strategie für das Data Management in ihren kurz- und langfristigen IT-Zielsetzungen. Mittlerweile ist dieser Aspekt scheinbar so trivial geworden, dass er mitunter keine Priorität mehr hat. Doch nun hat die COVID-19-Pandemie nicht nur alle Bereiche unseres Alltags verändert, sie hat auch den Handlungsbedarf verdeutlicht, der in Hinblick auf Digital Excellence und Data Management-Kapazitäten besteht. Die Notwendigkeit gut funktionierender Unternehmen wird umso deutlicher, wenn viel auf dem Spiel steht. Deshalb sollten wir uns nicht nur für zukünftige Notfälle vorbereiten, sondern auch die von der Pandemie gebotene Gelegenheit nutzen, um die Grundlage für das Data Management zu verbessern.

Um die potenziellen Ansatzpunkte zu ermitteln, haben wir den derzeitigen Zustand von Data Management-Initiativen über verschiedene Branchen hinweg analysiert und die Herausforderungen bestimmt, mit denen die meisten Unternehmen konfrontiert sind. Diese Informationen haben wir gewonnen, indem wir die unten beschriebene Befragung unter Experten für Data Management durchgeführt haben.

Umfrage unter Führungskräften im Bereich Master Data Management

Beim Camelot MDG Forum 2019, das bei SAP in Walldorf stattfand, kamen MDM-Experten verschiedener Unternehmen zusammen, um ihre Gedanken und Erfahrungen auszutauschen und neue Einblicke für zukünftige Entwicklungen zu gewinnen. Dabei haben wir Gesprächsrunden mit mehr als 70 Unternehmensvertretern und Branchenführern veranstaltet, Präsentationen gehalten und verfolgt und schließlich eine Befragung durchgeführt, um die zentrale Frage zu beantworten: „Welche Trends bestimmen derzeit die Zukunft der Systemlandschaften im Master Data Management?“

Die Befragung ergab eine gute Anwendungsquote standardisierter Master Data Management-Lösungen und einige erweiterte Ansätze. Dennoch setzen Unternehmen ihre Bestrebungen für modernes Data Management noch nicht umfassend in die Praxis um.

Viele der befragten Unternehmen sehen die Schwierigkeiten dabei in den technologischen sowie personellen Kapazitäten ihrer Organisationen. So bestehen große Unterschiede in den Reifegraden zwischen Unternehmen und Branchen, je nachdem, wie gut diese Schwierigkeiten gehandhabt werden.

Marktstimmung zur Nutzung von SAP MDG und Geschäftsobjekten

Bei der Verwaltung von Stammdaten (Master Data) kommt es entscheidend darauf an, geeignete Tools zu verwenden, um den Prozess der Datenpflege zu vereinfachen und zu automatisieren. Eine häufig eingesetzte Lösung ist SAP MDG, da diese sich nahtlos in zahlreiche Systemlandschaften einfügt, die aus verschiedenen Lösungen der SAP-Suite bestehen. In der Befragung wollten wir wissen, ob in den Unternehmen der Teilnehmer SAP MDG zur Automatisierung des Master Data Managements genutzt wird. Die Antworten ergaben ein klares Bild:

Etwa 4 von 5 Unternehmen arbeiten entweder bereits mit SAP MDG oder planen die Implementierung innerhalb der nächsten 2 Jahre, um ihr MDM zu automatisieren.

Doch obwohl eine Anwendungsquote von fast 80 % auf ein umfassendes Verständnis der Lösung schließen lässt, sieht die Realität offenbar anders aus: So gaben zwei Drittel der Befragten an, SAP MDG für folgende Standardgeschäftsobjekte einzusetzen:

  • 21 % Materialstammdaten
  • 4 % Artikelstammdaten
  • 19 % Lieferanten- oder Kundenstammdaten
  • 18 % Geschäftspartnerstammdaten
  • 7 % Finanzstammdaten

Auf die Frage nach weiteren SAP Data Management Technologies gaben 15 % der Befragten an, dass sie spezifische Tools für Qualitätskontrolle/-management wie SAP IS und SAP ADP verwenden, während Archivierungstools wie SAP ILM mit einer Quote von nur 4 % noch immer kaum genutzt werden.

Die Risiken bei der Implementierung von SAP MDG

Auch wenn MDM und der Entwicklung von Systemlandschaften eine hohe Priorität eingeräumt wird und sie eine zentrale Rolle in der IT-Strategie von Unternehmen spielen, sehen viele der Befragten Herausforderungen im Zuge ihrer Implementierungspläne.

Wie bereits erwähnt, haben viele der Befragten entweder SAP MDG bereits implementiert oder werden es in Kürze implementieren. Somit beschreiben die in den Antworten gesammelten Risiken und Herausforderungen sowohl vergangene Erfahrungen als auch Erwartungen bezüglich anstehender Implementierungen. Die Befragten sehen als größte Herausforderungen Change Management (16 %), technische Möglichkeiten von SAP MDG (13 %) sowie die Einbindung der Geschäftsbereiche (12 %).

Potenziale moderner Data Management-Technologien

Moderne Data Management-Technologien bieten aus Sicht der Befragten große  Vorteile für zukünftige digitale Initiativen und Geschäftsprogramme, darunter: Management der Datenqualität (29 %), höherer Automatisierungsgrad (27 %) und Kostensenkung (14 %). Interessanterweise bewerten Unternehmen die konkreten Vorteile moderner Data Management-Technologien wie Kostensenkung und höherer Automatisierungsgrad als erheblich und viele von ihnen bemühen sich um eine breitere Kompetenz im Bereich Data Management.

Dazu müssen Unternehmen die genannten Herausforderungen überwinden, wobei Change Management, technische Möglichkeiten, komplexe Datenmigration, nutzbare Ressourcen und Einbindung der Geschäftsbereiche als wichtigste genannt wurden.

So bringen Sie Ihre Data Management-Initiativen voran

Die oben genannten Ergebnisse zeigen, dass die meisten Befragten bereits SAP MDG als MDM-Lösung nutzen und folglich bereits Maßnahmen in Bezug auf das Data Management in ihren Unternehmen ergriffen haben. Doch obgleich solide Grundlagen vorhanden zu sein scheinen, ist doch ein Mangel an weiteren Bestrebungen und Zielsetzungen zur Verbesserung der bestehenden Verfahren und Tools für das Data Management erkennbar. Diesbezügliche Fortschritte lassen sich durch die Implementierung neuer bzw. die Weiterentwicklung bestehender Verfahren und Tools erreichen. Dazu könnten Tools für Kontrolle und Management der Datenqualität, auf künstlicher Intelligenz beruhende Lösungen oder Plattform-Lösungen gehören.

Um Ihren Data Management-Ansatz effektiv zu transformieren, müssen Sie eine gut strukturierte Roadmap und klare Ziele festlegen. Je nach Reifegrad Ihrer Data Management-Initiative werden verschiedene Aufgaben relevanter werden. Daher muss eine ganzheitliche Analyse Ihres Systems und Ansatzes für das Data Management durchgeführt werden, um Verbesserungspotenziale zu ermitteln und ein optimal abgestimmtes Vorgehen zu planen.

Falls Sie schon einmal eine erste grobe Schätzung durchführen wollen, sollten Sie die folgenden Fragen beantworten:

  • Ist das Data Management in Ihrer IT-Roadmap in geeigneter und messbarer Weise definiert?
  • Sind die Zielsetzungen und die angestrebte Planung ausgehend von den Fähigkeiten Ihrer derzeitigen Organisation realistisch und machbar?
  • Sind Ihre Mitarbeiter ausreichend geschult und mit Kompetenzen ausgestattet, um Ihre Data Management-Bestrebungen umzusetzen?
  • Haben Sie einen Überblick über die Tools und Lösungen, die für Ihre spezifischen Probleme angeboten werden, und wenn ja, sind Sie in der Lage, diese zu beurteilen und einzuordnen?
  • Beruhen Ihre Data Management-Prozesse auf früheren Erkenntnissen oder sind sie auf die zukünftigen Zielsetzungen ausgerichtet und werden von Ihrer Organisationsstruktur unterstützt?
  • Sind Sie in der Lage, die Abhängigkeiten und Auswirkungen verschiedener Projekte in Ihrem aktuellen Projektportfolio zu bestimmen und entscheidende Projekte mit der höchsten Wirkung zu erkennen?

Wenn Sie SAP MDG nutzen und Ihren Data Management-Ansatz optimieren oder über mögliche Implementierungspläne sprechen möchten, wenden Sie sich gerne an uns. Weitere Informationen zum Thema und zur Befragung finden Sie in unserer neuesten Studie „How Companies can turn their MDM into Next Generation Data Management in 2020“. Darin haben wir zudem eine Struktur aufgezeigt und eine Roadmap entworfen, um Ihr MDM in ein Data Management der nächsten Generation zu verwandeln. Lesen Sie dazu auch unseren nächsten Blogbeitrag.

Wir möchten uns bei Christopher Troy für den wertvollen Beitrag bedanken, den er zu diesem Artikel geleistet hat.

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