Im letzten Teil unserer Serie zur Pharmalogistik von morgen fassen wir noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse der Serie zusammen und geben einen Ausblick, wie Ihre Supply Chain zu weiteren Margenverbesserungen beitragen kann.

Teil V: So verbessern Sie Ihre Marge

Wie in den vorangegangenen Blogbeiträgen beschrieben, ist die Pharmalogistik von weitreichenden Veränderungen betroffen. Bestimmte Marktsegmente wie der Nahe Osten und Afrika sowie Direct-to-Patient wachsen sehr schnell und bringen neue Anforderungen und zusätzliche Komplexität für die Supply Chain mit sich. Wir sehen aber auch zahlreiche Möglichkeiten, von neuen Technologien zu profitieren und Transparenz, Effizienz und Margen zu verbessern.

Chancen entdecken

Eine Methode, um Optimierungspotenziale bei Kosten, Risiken und Sicherheit aufzudecken, ist eine Data-Science-basierte Supply-Chain-Bewertung. Diese gibt Aufschluss darüber, welche Chancen in der aktuellen Supply-Chain-Konfiguration schlummern und welche potenziellen Lösungen es gibt. Mögliche Verbesserungen entlang der Lieferkette könnten z. B. sein: Änderung von Zahl, Funktion und Ort der Verteilzentren, ausgewogene Bestände, verbesserte Transparenz und Kontrolle der Lieferungen und weniger Temperaturschwankungen. Beispielkonzepte sind Supply-Chain-Simulationen, ohne dass echte Waren versandt werden müssen, der Einsatz von Plattformen für die Zusammenarbeit, um Datenströme zu bewältigen, wie z. B. SAP LBN, GT Nexus oder Amber Road, sowie Hypertrust X-Chain für hochgradig sensible Daten, basierend auf Blockchain-Technologie.

IT-Hürden mindern

In der Arbeit mit unseren Kunden erweisen sich Beschränkungen auf Seiten der IT oft als größte Hürde für Verbesserungen. Wenn die IT das Sammeln von Daten behindert und nicht die Supply-Chain-Transparenz ermöglicht, die im pharmazeutischen Marktumfeld nötig ist, wird sie in Zeiten der Digitalisierung immer mehr zur Schwachstelle werden. Den vorhandenen IT-Konfigurationen mangelt es in der Regel nicht nur an der Fähigkeit, ausreichende Transparenz hinsichtlich Auftrags- und Lieferstatus zu schaffen und die vollständige Nachverfolgung auf Chargen- oder Seriennummernebene zu sicherzustellen. Sie erlauben auch keinen schnellen Abgleich und keine Kombination von unterschiedlichen Datenquellen, was für erweiterte Datenanalysen nötig wäre. So ist es schlicht nicht möglich, durch Segmentierung von Daten und Auswertung von Clustern und Mustern (Big Data Analytics) eine differenzierte Bedarfs- und Bestandsplanung zu erstellen. Hat man jedoch die Möglichkeit, modernste Data-Science-Methoden einzusetzen, können große Datenmengen in Höchstgeschwindigkeit analysiert werden. So tun sich sowohl am Beginn der Prozesskette in Ihrem globalen Netzwerk von Fertigungsstandorten (einschließlich Auftragsherstellern) als auch nachgelagert, z. B. im Zusammenhang mit „prädiktiver Lagerhaltung“, erhebliche Geschäftschancen auf. Dieser Ansatz erlaubt es, Güter auf Grundlage eines kurzfristigen, unter Berücksichtigung diverser Kausalitäten prognostizierten Bedarfs die Supply Chain entlang in bestimmte Gebiete zu befördern. So reduzieren Sie nicht nur Ihre Bestände, sondern auch die Variabilität in Ihren Volumenströmen. Die scheinbare Unvereinbarkeit von hoher Produktverfügbarkeit und kürzeren Durchlaufzeiten bei geringeren Lieferkosten lässt sich auf diese Weise auflösen. Das Resultat: gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit und bessere Margen.

Kosteneffizienz erreichen

Eine weitere wichtige Beobachtung, die wir immer wieder machen, ist der Mangel an Kosteneffizienz. Make-or-Buy-Entscheidungen sind in der Pharmalogistik wichtiger als je zuvor, da einige Logistikdienstleister (LSP) inzwischen ein Leistungsniveau erreicht haben, das es ihnen erlaubt, bestimmte Bereiche der Wertschöpfungskette mit höherer Service-Qualität zu übernehmen. Logistik ist ihr Kerngeschäft, sie haben Größenvorteile, geringere Arbeitskosten, sind flexibler und mit einer projektorientierten Unternehmenskultur ausgestattet. Auf diese Weise können sie Pharmaunternehmen zu mehr Flexibilität und Kosteneinsparungen verhelfen. So werden beispielsweise Verpackungslösungen mit Temperaturregelung oft in höherem Maße von Transportunternehmen optimiert als von den Pharmaherstellern selbst. Das Transportmanagement (einschließlich Dokumentenmanagement, Abweichungsmanagement und Frachtrechnungsprüfung) ist ein weiteres Beispiel für Aktivitäten, die, wenn sie clever gelöst sind, ausgelagert werden können – und es gibt noch viele weitere Beispiele.

Vor allem aber ist es wichtig, einen strategischen Überblick über die in einer entsprechenden Bewertung ermittelten Stärken und Schwächen Ihrer Supply Chain zu haben und Ihre Prozesse und IT-Lösung so zu gestalten, dass sie auf alle Lieferdaten zugreifen zu können. Eine Kombination regionaler Dienstleister (es gibt nicht einen für alles), mit denen Sie echte Partnerschaften pflegen, hilft ihnen darüber hinaus bei der kontinuierlichen Anpassung an die sich verändernden Marktbedingungen. Wenn dies erledigt ist, sind Sie bereit für 2025!

Sie möchten sich im Detail über aktuelle Pharmalogistiktrends informieren und erfahren, wie Sie optimal darauf reagieren? Für Ihre Fragen stehen wir Ihnen jederzeit sehr gerne zur Verfügung.

Part I: Was treibt die Logistik 2025

Part II:Wie Sie mir Ihrer Supply Chain neue Wettbewerbsvorteile schaffen

Part III: Ist Ihre IT auf 2025 vorbereitet?

Part IV: LSP: der Wert einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit

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