In unserem letzten Blogbeitrag haben wir Ihnen die Trends vorgestellt, welche die Pharmalogistik der Zukunft bestimmen werden. Heute zeigen wir Ihnen, wie sich Supply-Chain-Risiken mithilfe von Big Data simulieren lassen, und wie Sie durch ein Data-Science-basiertes Supply-Chain-Assessment Schwachpunkte in Ihrer Lieferkette aufdecken. Die Grundlage für neue Wettbewerbsvorteile!

Teil II: Wie Sie mir Ihrer Supply Chain neue Wettbewerbsvorteile schaffen

Es ist unerlässlich, jederzeit die volle Kontrolle über Kosten, Transparenz, Zuverlässigkeit und Sicherheit der Supply Chain zu behalten. Wird die Lieferkette z. B. durch Wettereinflüsse unterbrochen, oder werden Lieferetiketten vertauscht, sind längere Lieferzeiten sowie Produkt- und finanzielle Verluste die Folge. Zudem wird das Vertrauen des Kunden in die Sicherheit Ihrer Produkte und die Zuverlässigkeit Ihrer Lieferkette gefährdet. Natürlich ist es nicht leicht, für entsprechende Szenarien vorauszuplanen. Mit den heutigen Tools und Technologien lassen sie solche Szenarien und deren Auswirkungen auf die Lieferkette aber zumindest simulieren. Mit einem Supply-Chain-Assessment können Kosten- und Servicechancen sowie Verbesserungsmöglichkeiten bezüglich Risiken, Zuverlässigkeit und Kontrolle ermittelt werden.

Virtuelle, GDP-konforme Risikobewertung

Schauen wir uns die Anforderungen an Kontrolle und Transparenz in der Supply Chain einmal genauer an: Zuverlässigkeit heißt nicht nur, das richtige Produkt zur richtigen Zeit an den richtigen Kunden zu liefern, sondern auch, hinsichtlich des produktspezifisch zugelassenen Temperaturbereichs für die Produktsicherheit zu sorgen. Aus technischer Sicht gibt es verschiedene Möglichkeiten, diese Anforderungen zu erfüllen, z. B. durch den Einsatz von geeigneten Verpackungen, Temperatur- oder Feuchtigkeitstrackern, effizienten Abläufen und geeigneter Logistikausrüstung: aktive oder passive Ladeeinheiten, Thermodecken oder klimatisierte Ladebereiche. Die Frage ist, wie man mit sehr begrenztem Aufwand im Winter oder Sommer die geeignetste und kostengünstigste Kombination aus Lane und Verpackung auswählt und dabei alle gesetzlichen Vorgaben einhält.

 Die Good Distribution Practice (GDP) schreibt als Alternative zu einer aktiven Temperaturregelung die Durchführung einer Risikobewertung vor. Auf der Grundlage operativen Branchenwissens und modernster Data Science ist es heute möglich, potenzielle Risiken in Ihrer Lieferkette schnell zu simulieren und zu erkennen, wenn die Produktsicherheit durch Temperaturschwankungen gefährdet ist. Ein Beispiel: Analysen von Medikamentenlieferungen aus „kalten“ Ursprungsorten wie Deutschland in wärmere oder sogar heiße Regionen wie den Nahen Osten können sowohl zu kalte als auch zu warme Temperaturen ergeben, je nach Jahreszeit, Strecke und Tageszeit der Lieferung. Somit können aus solchen schnellen und dabei umfassenden und detaillierten Analysen eine entsprechend optimierte Verpackung und eine angepasste, flexible Streckenführung resultieren, sodass sich das teure Testen der gewählten Kombination aus Strecke und Verpackung drastisch reduzieren oder sogar vermeiden lässt.

Lagerrisiken

Neben der Produktsicherheit beim Transport ist es ratsam, auch die mit den Lagereinrichtungen verbundenen Risiken zu überprüfen, insbesondere bei Schwellenländern. Die neuen Marktsegmente Direct-to-Pharmacy, beispielsweise in florierenden Märkten wie MEA, und Direct-to-Patient-Distribution bieten zusätzliche Wachstumschancen. Der Megatrend der „sofortigen“ Verfügbarkeit von Produkten nahezu „überall und jederzeit“ umfasst auch diese beiden neuen Segmente. Eine Überprüfung der folgenden Aspekte kann daher die Stabilität der Supply Chain deutlich stärken und Wettbewerbsvorteile ermöglichen: die pro Temperaturbereich erforderlichen Kapazitäten, das entsprechende Temperatur-Mapping Ihrer Lagerstandorte, erforderliche Mindestbestände gemäß gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen (PSO) sowie die Auswahl kompetenter und zuverlässiger Logistikdienstleister. Natürlich muss all dies vor dem Temperatur-Mapping im Vorfeld der Inbetriebnahme neuer Standorte erfolgen.

Best Practices für ein Supply-Chain-Assessment

Eine an Best Practices ausgerichtete Bewertung der Lieferkette baut auf Ihre strategische und taktische Planung auf und kombiniert die Analyse von Prozessverbesserungsmöglichkeiten mit einer Prüfung Ihrer Supply-Chain-IT-Systeme. So wird gewährleistet, dass keiner dieser beiden Aspekte für aktuelle und künftige Geschäftsanforderungen zum Hemmnis wird. Darüber hinaus lassen sich Risiken durch Datenanalysen und Simulationen schnell und umfassend aufdecken und eingrenzen.

Wenn Sie Näheres darüber erfahren möchten, wie Sie Ihre künftige Lieferkette simulieren und auszumerzende Schwachstellen erkennen können stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

In unserem nächsten Blogbeitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie auf Ihrem Wachstumskurs in der Pharmalogistik IT-Hürden nehmen.

Teil I: Was treibt die Logistik 2025

Teil 3: Ist Ihre IT auf 2025 vorbereitet?

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