Was wird der nächste große Trend im Einkauf sein? Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig: (Lieferanten-) Ökosysteme und Netzwerke. In diesem Artikel erfahren Sie, warum.

Als Berater werden wir häufig gefragt, was das nächste „große Ding” im Einkauf sein wird. Der Austausch mit unseren Kunden und unserem umfangreichen Netzwerk an Technologieanbietern spiegelt uns eindeutig wider, dass Lieferantennetzwerke immer mehr an Bedeutung gewinnen. Unsere aktuellen Untersuchungen zeigen, dass mehr als 5 Millionen verschiedene Lieferanten bereits in Einkaufsnetzwerken (Plattformen) registriert sind, die in der Regel von Anbietern von Beschaffungstools initiiert und etabliert wurden. Diese Zahl klingt zwar hoch, aber im Vergleich zur riesigen Menge der Zulieferer weltweit ist die Beteiligungsquote noch gering.

Enormes Potenzial

Daher sehen wir nicht nur ein enormes Potenzial für das Wachstum dieser Plattformen, sondern auch für die Nutzung ihrer Möglichkeiten. Bei einer herkömmlichen Lieferantenbeziehung muss zur Identifizierung und zum Onboarding des neuen Lieferanten für gewöhnlich ein hoher Aufwand betrieben werden. Dies wird schon in naher Zukunft wesentlich intuitiver werden. Schon das Finden neuer, bislang unentdeckter Anbieter wird durch KI und Big-Data-Analysen vereinfacht, die das Netzwerk kontinuierlich nach den am besten passenden Anbietern durchsuchen.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Blockchains wird zudem das Konzept von ID-Tokens eingeführt werden, das die Registrierung neuer Anbieter vereinfacht. Stellen Sie sich vor, Sie brauchten keine langen Screening- und Validierungsprozesse mehr, da dies alles bereits im Voraus auf Netzwerkebene geschehen würde. Bereits heute gibt es eine Technologie des maschinellen Lernens, die Sichtbarkeit in der Lieferantenbasis schafft, um unbekanntes Partnerschafts- und Innovationspotenzial zu erkennen.

Dennoch tragen diese Entwicklungen in erster Linie zu einer Optimierung der Prozesskosten bei – die Leistung basiert hauptsächlich auf Echtzeit-Informationsfeeds, wodurch das gesamte Unternehmen von einem reaktiven zu einem viel proaktiveren Ansatz gelangt. Mögliche Risiken können vor oder zumindest unmittelbar nach ihrem Auftreten erkannt werden. Auswirkungen auf die Lieferung (bzw. die Lieferkette) können viel besser vorhergesehen und Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Die Verkaufsseite

Der am meisten unterschätzte Faktor ist jedoch, dass Einkaufsplattformen immer auch eine zweite Seite haben – die Verkaufsseite. Wenn Einkaufsseite und Verkaufsseite verbunden sind, rückt der Einkauf näher an Vertrieb und Marketing. Am Ende entsteht so ein Ökosystem, das jeden einzelnen Punkt entlang der Lieferkette verbindet, und zwar initiiert durch den Einkauf. Daher erwarten wir, dass Einkaufsorganisationen und speziell CPOs aus ihrer dunklen Ecke heraustreten und nicht mehr nur als Kostenstelle fungieren, sondern einen echten Wertbeitrag für das gesamte Unternehmen leisten.

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