Im heutigen Zeitalter von Daten und unbegrenzten technologischen Möglichkeiten überrascht es, wie viele Unternehmen ihre Produktionsplanung in der gleichen Weise wie im vorigen Jahrhundert durchführen (um es einmal überspitzt darzustellen). Während das Management Initiativen zur Einführung von künstlicher Intelligenz (KI), Blockchain oder anderen innovativen Technologien im Unternehmen diskutiert, erfolgt die Produktionsplanung häufig noch immer auf Excelsheets, Whiteboards oder sogar von Hand auf Papier. Daher ist es wesentlich einfacher, herauszufinden, was Ihr Kollege zu Mittag gegessen hat, als den Status seines Produktionsplans für das Produkt abzurufen, welches Sie dringend benötigen.

Reaktiv im Notfallmodus

Vom technologischen Aspekt einmal abgesehen, macht das allgemeine Verständnis der Produktionsplanung und ihrer Durchführung die Sache nicht besser. Statt vorausschauend und proaktiv erfolgt die Produktionsplanung weitgehend reaktiv und im Notfallmodus. Damit wollen wir nicht sagen, dass die Planer schlecht arbeiten. Im Gegenteil, wenn Sie je im Büro eines Planers waren und sehen konnten, welche kurzfristigen Probleme und Herausforderungen er oder sie handhabt, vom Ausfall der Fertigungslinien über fehlende Materialien bis hin zur Einplanung von Eilaufträgen, überrascht es, dass der Planer trotzdem die meisten Produkte rechtzeitig auf den Weg bringt.

Festlegung unrealistischer Ziele

Unserer Ansicht nach werden Verbesserungen in diesem Bereich vernachlässigt. Das Management ist oft zu weit entfernt von der Produktionsplanung. Wenn überhaupt, wird es bei Vertriebs- und Betriebssitzungen einbezogen oder zumindest über die Ergebnisse informiert, wobei Probleme mit der Produktion ein ständiges Thema sind. Statt die Probleme an der Wurzel anzupacken, werden unrealistische Ziele definiert und gefordert, ohne nennenswerte Initiativen zur Verbesserung zu unterstützen.

Software kann einen Prozess nur unterstützen

Dabei beziehen wir uns nicht auf die Einführung irgendeines smarten IT-Tools, das auf Knopfdruck einen perfekt optimierten Plan ausspuckt. Wir vertreten vielmehr die Ansicht, dass der Planungsprozess als solcher bereits ein großes Verbesserungspotenzial birgt. Viele Unternehmen haben bereits stark umstrukturiert und sind expandiert, weshalb frühere Methoden zur Abstimmung veraltet sind, wie zum Beispiel dem Kollegen am Nebentisch zurufen, er solle den neuesten Planungsstand mitteilen. Lose Prozessenden müssen als Erstes wieder zusammengeführt und in eine durchgehende Planungsstruktur integriert werden, bevor jegliche IT-Transformation gestartet werden kann. Wie wir alle wissen, kann eine Software einen Prozess nur unterstützen und nicht ersetzen.

Investitionen in die Produktionsplanung erscheinen wenig spannend

Heutzutage erscheinen Investitionen in die Produktionsplanung vielleicht nicht so spannend wie in prädiktive Analytik oder Data Mining, doch welche Daten wollen Sie als Basis für Ihre Prognosen verwenden, wenn die wichtigsten Daten auf dem Schreibtisch Ihrer Mitarbeiter liegen? Zumindest müssen Sie sich keine Sorgen um Hypertrust Platforms oder Datensicherheit machen. Wir sind uns sicher, dass selbst der beste Hacker nicht an Daten herankommt, die noch nicht digitalisiert wurden.

Versteckte Potenziale in der Produktionsplanung: Widersprüche

Versteckte Potenziale in der Produktionsplanung: Grobplanung

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